
Kanada und Roadtrip gehören für viele Reisende einfach zusammen. Kilometerlange Straßen, gewaltige Landschaften und immer wieder kleine Orte, Seen oder Aussichtspunkte machen das Auto zu einem besonders praktischen Reisebegleiter.
Ganz so einfach wie „Mietwagen holen und losfahren“ sollte die Planung allerdings nicht sein. Kanada ist riesig, die Verkehrsregeln können sich je nach Provinz unterscheiden und auf abgelegenen Strecken gelten andere praktische Regeln als in einer Großstadt.
Eine gute Nachricht für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Kanada verwendet Kilometer und Kilometer pro Stunde.
Die Entfernungen auf Verkehrsschildern werden also nicht in Meilen angegeben. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen. Eine Strecke von 300 Kilometern klingt für europäische Verhältnisse vielleicht nach einer überschaubaren Fahrt. In Kanada kann daraus je nach Route, Wetter und Straßenverhältnissen ein großer Teil des Tages werden.
Destination Canada weist bei Roadtrips ausdrücklich darauf hin, dass die Größe des Landes bei der Planung berücksichtigt werden sollte.
Die erlaubten Geschwindigkeiten unterscheiden sich je nach Provinz, Straße und Situation. Entscheidend sind deshalb immer die vor Ort ausgeschilderten Werte.
Gerade auf langen, scheinbar leeren Straßen sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, die zulässige Geschwindigkeit großzügig zu interpretieren.
Das gilt besonders in Regionen mit Wildwechsel.
Ein Elch oder anderes Wildtier kann wesentlich schneller auf der Fahrbahn stehen, als man sich das bei einer scheinbar freien Straße vorstellen würde.
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zu vielen europäischen Roadtrips.
Kanada bedeutet Natur – und Natur kann direkt auf der Straße auftauchen.
Elche, Hirsche, Bären und andere Wildtiere können insbesondere in naturnahen Gebieten unterwegs sein. Warnschilder sollten deshalb nicht als dekorative Landschaftselemente betrachtet werden.
Besonders in den Morgen- und Abendstunden ist erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll.
Wenn ein Tier am Straßenrand steht, sollte man die Geschwindigkeit reduzieren und mit weiteren Tieren rechnen. Wildtiere bewegen sich nicht nach unseren Verkehrsregeln und können plötzlich auf die Fahrbahn laufen.
Auch beim Thema Smartphone gilt: Das Handy gehört während der Fahrt nicht in die Hand.
Die konkreten gesetzlichen Regelungen unterscheiden sich innerhalb Kanadas, aber die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt ist grundsätzlich kein Thema, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Destination Canada weist ebenfalls auf entsprechende Verbote und deren Durchsetzung hin.
Für die Navigation ist es deshalb sinnvoll, das System vor Fahrtbeginn einzurichten oder eine Freisprecheinrichtung beziehungsweise die Fahrzeugnavigation zu verwenden.
Gerade bei langen Fahrten durch unbekannte Regionen sollte die Route möglichst vor dem Losfahren feststehen.
Kanadische Straßen können sehr unterschiedlich sein.
In großen Städten fahren Sie auf mehrspurigen Straßen mit dichtem Verkehr. Wenige Stunden später können Sie auf einer langen Landstraße unterwegs sein, auf der Ihnen über längere Zeit kaum jemand begegnet.
Das bedeutet auch: Tankstellen nicht unnötig ignorieren.
Wenn der Tank bereits deutlich geleert ist und eine Tankstelle auftaucht, kann es sinnvoll sein, nicht darauf zu wetten, dass die nächste schon bald kommt. Besonders in abgelegeneren Regionen sollte die Tankplanung Teil der Reiseplanung sein.
Kanadas Wetter kann einen Roadtrip deutlich beeinflussen.
Im Sommer können Hitze, Gewitter oder Waldbrände Auswirkungen auf eine Route haben. Im Winter kommen Schnee, Eis und schlechte Sicht hinzu. Destination Canada weist ausdrücklich darauf hin, dass Waldbrände in bestimmten Jahreszeiten Reisepläne beeinflussen können und Reisende aktuelle Informationen beachten sollten.
Im Winter gilt besondere Vorsicht. Selbst wenn eine Straße auf der Karte problemlos aussieht, können die tatsächlichen Bedingungen ganz anders sein.
Wer im Winter mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte deshalb nicht nur auf den Preis und das Fahrzeugmodell achten, sondern auch auf die Ausstattung und die regionalen Bedingungen.
Viele Kanada-Reisen führen in Nationalparks.
Wer beispielsweise die Rocky Mountains besucht, sollte sich vorab über Eintritts- und Parkregelungen informieren. Für längere Aufenthalte in Nationalparks kann ein entsprechender Parkpass erforderlich sein.
Auch Parkplätze an bekannten Aussichtspunkten oder Wanderwegen können in der Hauptsaison stark frequentiert sein.
Wer früh startet, hat deshalb nicht nur bessere Chancen auf einen Parkplatz, sondern erlebt viele bekannte Orte oft auch deutlich ruhiger.
Der Klassiker: Man schaut morgens auf die Karte, sieht 400 Kilometer bis zum nächsten Ziel und denkt sich, dass das problemlos machbar ist.
Ist es auch – aber vielleicht nicht an einem entspannten Urlaubstag.
Zu den reinen Fahrkilometern kommen Pausen, Tankstopps, Fotostopps, Essen und Trinken, Baustellen und mögliche Verzögerungen.
Und gerade bei einem Kanada-Roadtrip wäre es schade, ständig auf die Uhr zu schauen.
Die Landschaft ist schließlich ein Teil des Reiseziels.
Destination Canada stellt zahlreiche Roadtrip-Routen vor, von kurzen landschaftlich reizvollen Strecken bis hin zu mehrtägigen Touren. Das zeigt auch, wie unterschiedlich eine Autofahrt durch Kanada gestaltet werden kann.
Vor der Buchung lohnt sich ein Blick auf die Bedingungen des Mietwagenanbieters.
Wichtig sind unter anderem Versicherungsumfang, Selbstbeteiligung, erlaubte Fahrer, Kilometerregelung und mögliche Gebühren für Einwegmieten.
Auch das Fahrzeug selbst sollte zur geplanten Route passen. Wer überwiegend in Vancouver unterwegs ist, benötigt andere Eigenschaften als jemand, der mehrere Tage durch die Rocky Mountains fährt.
Und wenn Sie abgelegenere Strecken planen, sollten Sie vorher prüfen, ob diese mit dem Mietwagen überhaupt befahren werden dürfen.
Wer Kanada mit dem Auto bereist, sollte das Fahren nicht nur als notwendiges Mittel zum nächsten Ziel betrachten.
Eine kurvige Straße durch die Berge, ein See neben der Fahrbahn oder ein unerwarteter Aussichtspunkt können zu den schönsten Erinnerungen der Reise gehören.
Gleichzeitig sollte man die Größe des Landes respektieren. Nicht jede Strecke muss an einem Tag geschafft werden und nicht jeder Kilometer muss möglichst schnell zurückgelegt werden.
Ein guter Kanada-Roadtrip besteht deshalb nicht nur aus einer Route auf der Landkarte, sondern aus genügend Zeit, etwas Ungeplantes zu entdecken.
Für Ihre Reise nach oder über Kanada benötigen Sie eine elektronische Einreisegenehmigung. Bei uns können Sie die Canada eTA in deutsch beantragen.
Innerhalb von einer Stunde hatte ich mein Visum. Vorher habe ich es selbst mit dem Antrag versucht und zwei Stunden verschwendet.