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15. Oktober 2026

Autofahren in Australien: Was Sie als Reisender wissen sollten

Autofahren In Australien

Australien und Roadtrip gehören irgendwie zusammen. Lange Küstenstraßen, einsame Landschaften, kleine Orte mitten im Nirgendwo und die Freiheit, einfach dort anzuhalten, wo es einem gefällt – ein Mietwagen↗ oder Camper kann eine Australien-Reise zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.

Ganz so unkompliziert wie eine Fahrt durch Deutschland ist das Autofahren in Australien allerdings nicht. Linksverkehr, riesige Entfernungen, andere Verkehrsregeln und lange Strecken ohne Tankstelle sollte man bei der Planung berücksichtigen.

Linksverkehr: Die größte Umstellung

Der erste Unterschied fällt sofort auf: In Australien herrscht Linksverkehr.

Das bedeutet, dass nicht nur auf der linken Straßenseite gefahren wird. Auch die Position im Fahrzeug, das Abbiegen und viele alltägliche Situationen im Straßenverkehr fühlen sich für europäische Autofahrer zunächst ungewohnt an.

Besonders beim Abbiegen sollte man konzentriert bleiben. Wer aus Deutschland kommt und automatisch nach rechts zieht, kann sich schnell in der falschen Spur wiederfinden.

Die ersten Kilometer sollte man deshalb ruhig angehen. Gerade nach einem langen Flug ist es keine schlechte Idee, nicht direkt am Flughafen ein Auto zu übernehmen und anschließend mehrere Stunden zu fahren.

Die Entfernungen sind enorm

Australien ist riesig. Das klingt banal, wird bei der Reiseplanung aber häufig unterschätzt.

Auf einer Karte sieht eine Strecke zwischen zwei Orten manchmal gar nicht besonders dramatisch aus. Tatsächlich können daraus viele Stunden Fahrt werden.

Für einen Roadtrip sollte deshalb nicht nur die Entfernung in Kilometern betrachtet werden. Auch Pausen, Baustellen, Wetter, Straßenverhältnisse und mögliche Zwischenstopps gehören in die Planung.

Gerade im Outback gilt zusätzlich: Eine Route, die auf der Karte einfach aussieht, kann völlig anders aussehen als eine vergleichbare Strecke in Europa.

Lieber einen Fahrtag weniger vollpacken als jeden Tag mehrere Stunden nur im Auto verbringen.

Welche Geschwindigkeiten gelten?

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in Australien ausgeschildert und können sich je nach Bundesstaat, Straße und Situation unterscheiden. Auch spezielle Geschwindigkeitszonen, etwa in Bereichen mit vielen Fußgängern oder vor Schulen, sind zu beachten.

Australien hat kein vollständig einheitliches Verkehrssystem wie ein einzelner europäischer Staat. Die Bundesstaaten und Territorien haben eigene Regelungen und Behörden. Deshalb sollten Sie sich bei einer längeren Reise auch über die Bestimmungen der jeweiligen Region informieren. Die australische National Road Safety Strategy verweist ausdrücklich auf die unterschiedlichen Straßenverkehrsstrategien der Bundesstaaten und Territorien.

Für Reisende gilt deshalb eine einfache Regel: Nicht nach Gefühl fahren, sondern immer auf die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit achten.

Der Führerschein: vorher informieren

Ob der deutsche Führerschein für die geplante Mietwagenfahrt↗ ausreicht oder zusätzlich ein internationaler Führerschein beziehungsweise eine Übersetzung benötigt wird, hängt unter anderem vom jeweiligen Bundesstaat und den Bedingungen des Vermieters ab.

Das sollte deshalb vor der Reise und nicht erst am Mietwagenschalter geklärt werden.

Auch die Bedingungen der Autovermietung können zusätzliche Anforderungen enthalten. Wer mehrere Bundesstaaten bereist, sollte sich außerdem nicht allein auf Informationen für eine einzelne Region verlassen.

Mietwagen oder Camper?

Für eine klassische Rundreise kann ein normaler Mietwagen ↗völlig ausreichend sein.

Wer dagegen mehrere Wochen unterwegs ist und möglichst flexibel übernachten möchte, interessiert sich häufig für einen Camper oder ein Wohnmobil.

Beides hat Vor- und Nachteile. Mit einem normalen Auto ist man in Städten und auf normalen Straßen meist unkomplizierter unterwegs. Ein Camper bietet dagegen mehr Unabhängigkeit bei längeren Reisen.

Wichtig ist vor allem, das Fahrzeug passend zur geplanten Route auszuwählen. Für einen normalen Roadtrip entlang gut ausgebauter Straßen braucht man nicht automatisch ein großes Geländefahrzeug.

Tanken in Australien

Auf längeren Strecken sollte die Tankanzeige nicht bis zum letzten Balken leergefahren werden.

In dicht besiedelten Regionen gibt es normalerweise zahlreiche Tankstellen. Auf abgelegenen Strecken kann das dagegen ganz anders aussehen.

Wer ins Outback oder in dünn besiedelte Regionen fährt, sollte sich deshalb vor der Abfahrt über die vorhandenen Tankmöglichkeiten informieren und die Reichweite des Fahrzeugs berücksichtigen.

Das gilt besonders dann, wenn die Route durch Regionen führt, in denen über längere Strecken kaum Infrastruktur vorhanden ist.

Vorsicht vor Müdigkeit

Lange, gerade Straßen können überraschend anstrengend sein. Gerade auf längeren Roadtrips entsteht leicht der Eindruck, dass man „nur noch schnell“ bis zum nächsten Ort fahren könnte.

Müdigkeit ist allerdings ein ernstes Risiko. Die australische National Road Safety Strategy zählt Fahren bei Müdigkeit ausdrücklich zu den riskanten Verhaltensweisen im Straßenverkehr.

Planen Sie deshalb ausreichend Pausen ein und wechseln Sie sich beim Fahren ab, wenn mehrere Personen den entsprechenden Führerschein besitzen.

Ein zusätzlicher Punkt: Nach einem langen Flug und einer erheblichen Zeitverschiebung kann die erste Fahrt besonders anstrengend sein.

Tiere auf der Straße

Kängurus gehören zu Australien wie Strände und Eukalyptusbäume. Auf Straßen außerhalb der Städte können sie allerdings zu einer echten Gefahr werden.

Besonders in der Dämmerung und nachts sollte man aufmerksam fahren. Auch andere Tiere können plötzlich auf der Fahrbahn auftauchen.

Wer ein Tier am Straßenrand sieht, sollte deshalb nicht nur auf dieses eine Tier achten. Tiere können unvermittelt die Straße überqueren.

Gerade auf abgelegenen Straßen gilt außerdem: Wenn ein Verkehrsschild vor Tieren warnt, sollte man es ernst nehmen.

Roadtrains nicht unterschätzen

Auf langen Überlandstrecken können Ihnen sogenannte Roadtrains begegnen – besonders lange Lastwagenkombinationen, die im australischen Fernverkehr eingesetzt werden.

Beim Überholen braucht man entsprechend viel Platz und Geduld. Auch beim Entgegenkommen sollte man sich nicht von der Größe dieser Fahrzeuge überraschen lassen.

Auf schmaleren Straßen oder in abgelegenen Regionen kann es sinnvoll sein, Geschwindigkeit und Abstand deutlich anzupassen.

Handy am Steuer? Besser nicht

Die australischen Behörden gehen konsequent gegen riskantes Fahrverhalten vor. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeitsüberschreitungen, illegale Handynutzung, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts.

Die konkreten Regeln und Sanktionen unterscheiden sich teilweise zwischen den Bundesstaaten.

Für Urlauber ist die Sache trotzdem einfach: Handy weg, Gurt an und an die ausgeschilderten Regeln halten.

Ein Roadtrip soll Urlaub bleiben

Autofahren in Australien ist für viele Reisende eine der schönsten Möglichkeiten, das Land kennenzulernen. Gleichzeitig sollte man sich nicht von den scheinbar endlosen Möglichkeiten zu einer völlig überladenen Route verleiten lassen.

Planen Sie realistische Tagesetappen, berücksichtigen Sie die großen Entfernungen und lassen Sie genügend Zeit für Pausen und spontane Stopps.

Denn gerade das ist der Reiz eines Australien-Roadtrips: Nicht nur möglichst schnell von A nach B zu kommen, sondern unterwegs etwas vom Land zu sehen.

Für Ihre Reise nach oder über Australien benötigen Sie eine elektronische Einreisegenehmigung. Bei uns können Sie das Australien eVisitor in deutsch beantragen.

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